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St.Louis - Das Venedig Westafrikas

Artikel von Stefan Gärtner -  stefan.gaertner@teranga.net

St Louis - das Venedig Westafrikas - erhielt seinen Beinamen zurecht aufgrund der wunderschönen Altstadtlage auf einer Insel inmitten des Sénégal-Flusses. Auf Wolof wird St.Louis N'Dar genannt. 
St.Louis besteht aus 3 grossen Stadtteilen: Der alte koloniale Stadtkern befindet sich auf der zentralen Insel, die zugleich Stadt- und Touristisches Zentrum darstellt. Auf dem Festland mit seinen Stadtvierteln Médina, Sòr, Balakoss spielt sich das reale
Leben ab. Hier befindet sich der zentrale Gare Routier für die Fahrten nach Dakar oder entlang des Sénégal Flusses in die Flußebene des Fouta Toro. Die Innenstadt ist von seltener Schönheit und versprüht einen faszinierenden Scharm. Bis zur Unabhändigkeit Sénégals 1960 war St.Louis Verwaltungshauptstadt für Französisch Westafrika's was sich in einer Vielzahl faszinierender Gebäude niederschlägt. Seitdem St.Louis zum Weltkulturerbe erklärt wurde hat  auch die Sénégalesische Regierung den kulturellen und nicht zuletzt touristischen Wert St.Louis erkannt, so dass seit 1999 intensive Renovierungsabeiten zur Erhaltung
der alten Bausubstanz stattfinden. Für einen Rundgang in der Altstadt sollte man unbedingt einen halben Tag einplanen. Die einheimischen Guides, die sich besonders am Startpunkt einjeder Besichtigungstour anbieten, können einem Anfangs zwar etwas die Laune verderben., wer aber einen vernünftigen Preis aus- gehandelt hat, wird Ecken und Winkel zu sehen bekommen, die sich dem Besucher sonst verschliessen würden. Wichtig ist beim Verhandeln vor allem, dass man sagt was man sehen möchte und was man sich von der Führung erwartet. Auf keinen Fall Dinge im Unklaren lassen und aufschieben. Ganz im Süden der Insel liegt das IFAN-Museum.Im Gegensatz zu dem IFAN in Dakar, widmet sich die Sammlung
in St.Louis, der Stadtgeschichte und Traditionen sowie der Region des Fouta in den Niederungen des Sénégal-Flusses. Ganz im Norden der Insel kann man bereits über dem Fluss die Grenze Mauretaniens erblicken. Hier befindet sich auch eine der beiden Diskotheken, in der auch oftmals gutbesuchte Trommel- und Tanzveranstaltungen abgehalten werden. Auf der zum Meer hin gelegenen Landzunge, der Langue de Barbarie, befinden sich die beiden Stadtteile Guet N'Dar und N'Dar Tout. Guet

N'Dar ist ein altes Fischerdorf der Lebou, das vor allem durch seinen schönen muslemischen Friedhof bekannt geworden ist. Ansonsten prägen die Fischräucheranlagen und Trockenroste das Bild. Beeindruckend ist das Anlanden der Fischeboote abends gegen 17:00 Uhr. Die Dorfkinder sind mitunter

recht vorwitzig und haben regelrecht Narrenfreiheit, deshalb niemals die Geduld verlieren sondern lieber das Feld räumen! Folgt man der Langue de Barbarie nach Süden, so wird der Strand immer schöner und einsamer. Auf der flußgewandten Seite der Langue de Barbarie sind in die Dünen gebettet eine vielzahl schöner und empfehlenswerter Ubernächtungsmöglichkeiten gelegen. Vom einfachern Campement mit Campingplatz bis hin zur stilvollen Auberge ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. 
Auch die Sportmöglichkeiten sind zumindest für Windsufer und Wellenreiter sehr gut! Windsurfen ist prinzipiell während der ganzen Zeit des Passatwindes möglich. Eigenes Material muss allerdings mitgebracht werden. Das Meer zeigt sich in St.Louis, wie übrigens an der gesamtn Côte Sauvage (Küste zwischen Dakar und St.Louis) von der ruppigen Seite. Delhalb sollte etwas Wellenerfahrung vorhanden sein. Auch die Strömungen am Ufer sollten nicht unterschätzt werden! Wer es motori- sierter lieber mag, der kann in einigen Herbergen Jet Ski's ausleihen. Der schier endlose Strand lädt aber auch zu ausgedehnten Spaziergängen ein.