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Gorée - Insel ohne Wiederkehr

Artikel von Stefan Gärtner -  stefan.gaertner@teranga.net

Gorée ist von den  vier Dakar vorgelagerten Inseln, diejenige mit der bewegtesten Vergangenheit. Von Beginn der Kolonialisierung Westafrikas diente sie als Militärstützpunkt um die Handelsrouten der Engländer und Portugiesen entlang der Küste zu sichern. So ist der höher gelegene Teil der Insel von Verteidigung- und Schützengraben durchzogen, Geschütze und Kanonen aus unterschiedlichen Jahrhunderten zeugen von der enormen strategischen Bedeutung der Insel. Neben Rufisque wurden über Gorée ein Großteil der Sklaven Westafrikas in die neue Welt verschifft. Das berüchtigte Sklavenhaus (maison d'esclavage) mit seiner "Tür ohne
Wiederkehr" legt von diesem dünsteren Kapitel der Menschheit Zeugnis ab. Während der französischen Kolonialzeit erlangte die Insel und seine Bewohner einen - im Vergleich zum übrigen Kolonialterritorium - priviligierten Status. Neben den Komunen St.Louis, Dakar und Rufisque hatten die Bewohner Gorées den Status des französischen Staatsbürgers und somit das, für die damalige Zeit. für Afrikaner unübliche Anrecht auf staatlichen Schutz und Rechtsanspruch.

Heute stellt die bewegte Geschichte der Insel das Kapital und eine wichtige Einkommensquelle für seine Bewohner dar. Wie in einem gigantischen Freiluftmuseum sind hier 4 Jahrhunderte afrikanischer Kolonialgeschichte für die Besucher erleb- und und anfassbar. Mehrer Museen, die dem IFAN-Institut angegliedert sind, gewährleisten die Bewahrung und Dokumentation der historischen Ereignisse und Relikte.

Zusätzlich zum historischen Erbe hat Gorée aber auch ein modernes Gesicht. Angezogen von der besonderen Atmosphere, haben sich zahlreiche Künster auf der Insel niedergelassen, die ihre Werke auch zum Verkauf anbieten. Zum Großteil finden Ausstellungen und Arbeiten noch unter freien Himmel statt, langsam beginnen sich aber auch einige Gallerien, besonders auf dem westlichen Teil der Insel zu etablieren. In den, im oberen Teil der Insel gelegenen Schützengräben und Bunkern entstand im Laufe der Jahre eine Gemeinschaft von Baye-Fall- Anhängern, die dort trommelnd und singend ein friedliches Aussteigerleben führen. Neben den touristischen

Attraktionen existiert für den Besucher fast unbemerkt ein funktionierendes Dorfleben. Morgens und abends pendeln die Bewohner und Schüler nach Dakar. Wer sich nicht in den zahlreichen Restaurants am Hafen von Gorée verpflegen will, kann sich auch in den zahlreichen Bars und Kneipen des Dorfes unter die Einheimischen mischen. Die Bewohner sind freundlich und sehr aufgeschlossen, so dass bei einem Gläschen Bier leicht eine interessante Unterhaltung oder Diskussion entstehen kann.

Die Fähre von Dakar nach Gorée verkehrt stündlich. Ablegestelle ist am Hafen von Dakar etwa 100m entfernt vom Bahnhof in Richtung der gegenüberliegenden Tankstelle. Die Fahrpreise für Hin- und Rückfahrt kosten für Nicht-Einheimische 5000 CFA. 


Kleiner Tipp:
Auf dem Parkplatz vor dem Ticketschalter gibt es ein kleines Restaurant, wo man gut und günstig essen kann (Fanta 250 CFA, Bier 600 CFA, Warme Gerichte bzw. Grillteller  2500 - 3500 CFA)